December 05, 2007

Stormy Sky ~ byrdiegyrl


Photo: byrdiegyrl

Dir zum Gedenken

In kalten Landen, in Sibiriens weiter Ferne,
warst Du geboren in die kurze Juninacht,
und als das neue Tageslicht sich auf Dich legte,
erfüllte es Dein Herz mit Wärme und mit Kraft.

Mit steter Güte und hellblauem Lächeln
nahmst Du des Lebens Kurven, und mit sicherer Hand
ergriffst Du andere, um den Mut zu teilen,
der sich in Deinem tiefsten Inneren befand.

Es scheint, als leiteten Dich diese Kräfte sicher
durch stille Wasser wie durch hohes Bergeland,
mit Deinen Lieben um Dich wobst Du Lebensseide
und schufst für Sie ein immer schützendes Gewand.

Wenn nun die Himmelswinde sich für Dich erheben,
dann spiegeln sie der Herzen Wehmut an dem Tag
an dem wir – Deine Kinder, alle Deine Nächsten -
nun Abschied nehmen müssen, aber unverzagt,

denn was uns trennt, ist bloß ein Wimpernschlag der Zeit,
der Weg, nach Deinem Vorbild möchten wir ihn gehen.
Was zählt, ist all´ die Freude der Erinnerung,
und dank der Liebe werden wir uns wiedersehen.

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Alice McDuff ~ 5. Dezember 2007

November 13, 2007

Hidden Track

How comes my mind is spinning back
To someone of whom I have lost track?

How comes that memories are keeping track
Of times that will never be comig back?

How comes thoughts of my personal off-the-track
Persist in a fallacy that´s impossible to wreck?

That again and again, my expectations are cutting him some slack,
Whereas surely, my feelings have become a single-way track,

That my heart is still busy with fault tracking,
Whereas its beating has not the least of a backing?

That despite all those obvious and vicious facts,
It believes in signs and wonders off the beaten tracks?

Can anyone please show me the next step
Or help me to get back on the right track?

********************

Alice McDuff

September 22, 2007

Liebeskreisel

Für kurze Zeit huschten Reflexe und Lichter
Durch Herzensland;
Für kurze Zeit reichten uns Musen und Dichter
Ihr Gönnerband.

Für Stunden nur traten verborgene Worte
Ans Tageslicht,
Und zeigten Wünsche aus vergessenem Orte
Ihr Angesicht.

Für einen Tag sang uns das Wellengestöber
Die Hoffnung vor,
Die frühe Sonne legte uns feine Köder
vor´s Seelentor.

Für sieben Monde trug die Bande des Herzens,
Bevor sie riss.
Sodann erwachten neue Quellen des Schmerzens
Für ungewiss.

Für lange Zeit werden uns fliehende Sterne
Die Nächte blenden,
Und lebend verschüttete Bilder der Ferne
Im Grab sich wenden.

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Alice McDuff ~ 21. September 2007

Inspiriert von Friederike Bruns Gedicht "Ich denke dein" (1795) sowie von J.W. von Goethes Gedicht "Nähe des Geliebten" (1796)

September 17, 2007

Autumn ~ fib



Photo: fib

Source: flickr.com

J.W. von Goethe: Warum gabst du uns...

Warum gabst du uns die tiefen Blicke,
Unsre Zukunft ahndungsvoll zu schaun,
Unsrer Liebe, unsrem Erdenglücke
Wähnend selig nimmer hinzutraun?
Warum gabst uns, Schicksal, die Gefühle,
Uns einander in das Herz zu sehn,
Um durch all´die seltenen Gewühle
Unser wahr Verhältnis auszuspähn?

Ach, so viele tausend Menschen kennen,
Dumpf sich treibend, kaum ihr eigen Herz,
Schweben zwecklos hin und her und rennen
Hoffnungsvoll in unversehnem Schmerz;
Jauchzen wieder, wenn der schnellen Freuden
Unerwart´te Morgenröte tagt.
Nur uns armen liebevollen beiden
ist das wechselseit´ge Glück versagt,
Uns zu lieben, ohn´uns zu verstehen,
In den andern sehn, was er nie war,
Immer frisch auf Traumglück auszugehen
Und zu schwanken auch in Traumgefahr.

Glücklich, den ein leerer Traum beschäftigt!
Glücklich, dem die Ahndung eitel wär´!
Jede Gegenwart und jeder Blick bekräftigt
Traum und Ahndung leider uns noch mehr.
Sag´, was will das Schicksal uns bereiten?
Sag´, wie band es uns so rein genau?
Ach, du warst in abgelebten Zeiten
Meine Schwester oder meine Frau;

Kanntest jeden Zug in meinem Wesen,
Spähest, wie die reinste Nerve klingt,
Konntest mich mit einem Blicke lesen,
Den so schwer ein sterblich Aug´durchdringt.
Tropftest Mäßigung dem heißen Blute,
Richtetest den wilden irren Lauf,
Und in deinen Engelsarmen ruhte
Die zerstörte Brust sich wieder auf;
Hieltest zauberleicht ihn angebunden
Und vergaukeltest ihm manchen Tag.
Welche Seligkeit glich jenen Wonnestunden,
Da er dankbar dir zu Füßen lag,
Fühlt´sein Herz an deinem Herzen schwellen,
Fühlte sich in deinem Auge gut,
Alle seine Sinnen sich erhellen
Und beruhigen sein brausend Blut.

Und von allem dem schwebt ein Erinnern
Nur noch um das ungewisse Herz,
Fühlt die alte Wahrheit ewig gleich im Innern,
Und der neue Zustand wird ihm Schmerz.
Und wir scheinen uns nur halb beseelet,
Dämmernd ist um uns der hellste Tag.
Glücklich, daß das Schicksal, das uns quälet,
Uns doch nicht verändern mag.

**********

Johann Wolfgang von Goethe, aus der Sammlung der "Verse an Lida", am 14.4.1776 an Frau v. Stein gesandt; zwischen den Briefen überliefert; nur diese eine Handschrift. Erster Druck: Schöll 1848.

Nun ja, jetzt bin ich schlußendlich doch bei Goethe gelandet:-) Ich hatte mich ja redlich bemüht, ihn zu umschiffen, da ich schon ahnte, dass er eine ziemliche Sogkraft auf mich ausüben würde, und seine Lektüre mich womöglich entmutigen würde, selbst jemals wieder eine Zeile zu schreiben, um stattdessen die nächsten zwanzig Jahre auf sein Studium zu verwenden... Doch das Gegenteil ist der Fall! Es ist, als hätte ich ein Tor zu einer ganz eigenen Zauberwelt aufgeschlagen, die mir hilft, mich dichterisch zu positionieren und meinen Eingebungen zu vertrauen. Auch Goethe hat geübt, gelernt und sich selbst in seinen Texten verarbeitet. Dabei sind ihm Lyrik und Prosa von unvergleichlicher, universeller Kraft gelungen. Sein Leben war alles andere als perfekt, aber seine Werke waren eine beeindruckende Vielfalt von Perfektion!

Die oben stehenden Verse von Goethe an Lida gehören zu den schönsten Liebesworten, die ich seit langem gelesen habe - abgesehen von denen Rainer Maria Rilkes an Lou Salomé aus den "Buch von der Pilgerschaft" (siehe weiter unten) vielleicht.

x Alice

Nähe des Geliebten ~ J.W. von Goethe

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfen Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh´ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

**********

Johann Wolfgang von Goethe (1795)
Interessant ist, dass Goethe zuvor im April 1795 ein Lied der damals beliebten Dichterin Friederike Brun "Ich denke dein" in Zelters Vertonung gehört hatte, welch letztere ihm tiefen Eindruck machte. Ihm schienen der Einsatz "Ich denke dein", das Thema und der Wechsel langer und kurzer Verse voll reicher Möglichkeiten, diese aber von der sentimental-schwächlichen Dichterin nicht ausgenutzt. Diese Anregung wurde in ihm produkiv und ergab sein eigenes Lied zu Zelters Singweise (Goethe an Helene Friederike Unger 13. Juni 1976. HA briefe 2, S. 223, 19ff.). 1799 von Beethoven vertont; eins der am meisten komponierten Gedichte Goethes. Das Gedicht von Friederike Brun, im Vossischen Musenalmanach für 1795, lautete:


Ich denke dein

Ich denke dein, wenn sich im Blütenregen
Der Frühling malt
Und wenn des Sommers mildgereifter Segen
In Ähren strahlt.

Ich denke dein, wenn sich das Weltmeer tönend
Gen Himmel hebt
Und vor der Wogen Wut das Ufer stöhnend
Zurücke bebt.

Ich denke dein, wenn sich der Abend rötend
Im Hain verliert
Und Philomenes Klage leise flötend
Die Seele rührt.

Beim trüben Lampenschein in bittren Leiden
Gedacht´ich dein;
Die bange Seele flehte nah dem Scheiden:
Gedenke mein!

Ich denke dein, bis wehende Zypressen
Mein Grab umziehn;
Und auch in Tempes Hain soll unvergessen
Dein Name blühn.

**********

Friederike Brun ~ 1795

Nun, welches ist *das bessere Gedicht*? Hätte es damals wohl schon ein Urheberrecht in der heutigen Form gegeben, wäre Goethes Gedicht möglicherweise nie publiziert worden... Wie auch immer, vielleicht sehen wir hier einfach eine weibliche und eine männliche Sichtweise des Themas?
Ich habe mich auch daran versucht, allerdings mit einem etwas anderen Blickwinkel:-) Wen´s interessiert, der lese oben weiter!

x Alice

August 30, 2007

Long Day ~ cygnoir


Photo: cygnoir

Something Has Been Forgotten

When you said: Go away!
I turned around and left you in style,
Hoping you´d finally ask me to stay,
Or change your mind, after a while.

When you said: No; wait!
I slackened my pace, paused in the twilight zone,
Still feeling confidence instead of hate,
Losing eternities on hoping alone.

When you said: Come again!
My mind went wild, ready to spoil you rotten,
When slowly I realized in pain
That something had been forgotten.

Something hidden under the surface
Of your impenetrable explanations,
Something blurred in the tearless mist,
Of my predictable lamentations.

Dammit! Something has been forgotten!
Why can´t we get round to looking ahead?
Why don´t we tempt fate, turn for the better,
And fight for friendship, before it´s too late?

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Alice McDuff ~ 30 June 2007

Lösch mir die Augen aus: ich kann Dich sehn...



Lösch mir die Augen aus: ich kann Dich sehn,

wirf mir die Ohren zu: ich kann Dich hören,

und ohne Füße kann ich zu Dir gehen,

und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.

Brich mir die Arme ab, ich fasse Dich

mit meinem Herzen wie mit einer Hand,

halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,

und wirfst Du in mein Hirn den Brand,

so werd ich Dich auf meinem Blute tragen.



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Auszug aus:

Rainer Maria Rilke ~ Das Stundenbuch > Das Buch von der Pilgerschaft

Foto: "Silver Blue" ~ Dreamlight (www.flickr.com)

July 18, 2007

Cemetary Angel ~ Ascendingkitty


photo: Cemetary Angel ~ Ascendingkitty

The Bleeding Bride

The paschal moonlight threw its rays
On sleepless cemetary ground,
Where trusting souls search for delay,
Where hope and faith can run aground.

I walked up to the chapel hill,
To call on my last resting place,
When suddenly a curious chill,
Heralded what I was to face.

Beneath a graveyard stone she sat,
An ageless, graceful maiden-bride,
Clutching an off-white rose bouquet,
Magenta spots falling on white.

A dead straight, waiting silhouette
Against the dawning nightly glow,
A hundread pearls of blood she shed,
Mirroring a strange tale of woe.

All statuesque, she did remain,
Regardless of the running time,
Controlled by an infinite flame,
For something hidden, she did pine.

But at the strike of midnight bell,
She straightend up her tattered dress,
Arose, and stepped out of her shell,
Forthright, she started to confess:

“I come here every other year,
Because my yearning is my home,
My love may bend, but never sear,
He´s missing, but I´m not alone.

My expectations compass me
Beyond all wretched shades of blame,
They´re whispering the sweetest plea
Beyond all weary sighs of shame.”

And thereupon, from starry skies
Aroused a sweeping rustling,
And right before my puzzled eyes
The bleeding bride was vanishing.

When finally, the maelstrom stopped,
And daylight brightened up the place,
Oh! There she sat, in virgin rock!
A smile adorned her mable face.

**********

Alice McDuff ~ 18 July 2007

July 10, 2007

Chanson du géolier ~ Jacques Prévert

The Key of my Mind... by ul_marga
Chanson du géolier
Où vas-tu beau geôlier
Avec cette clé tachée de sang?
Je vais délivrer celle que j'aime
S'il en est encore temps
Et que j'ai enfermée
Tendrement cruellement
Au plus secret de mon désir
Au plus profond de mon tourment
Dans les mensonges de l'avenir
Dans les bêtises des serments
Je veux la délivrer
Je veux qu'elle soit libre
Et même de m'oublier
Et même de s'en aller
Et même de revenir
Et encore de m'aimer
Ou d'en aimer un autre
Si un autre lui plaît
Et si je reste seul
Et elle en allée
Je garderai seulement
Je garderai toujours
Dans mes deux mains en creux
Jusqu'à la fin de mes jours
La douceur de ses seins modelés par l'amour

Jacques Prévert

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*Update:

I have added finished the 4th chapter of Alfred de Musset´s novel "Emmeline".

Check out down below s.v.p.!

x Alice

June 24, 2007

Alfred de Musset ~ "Emmeline"

In the mid 30ies of the 19th century, a very young, talented and controversed poet, dramatist and novelist entered the Paris´literary scene: Afred de Musset (*December 11, 1810 - May 2, 1857).



He is probably best known for his plays "On ne badine pas avec l´amour" (1834) and "Les caprices de Marianne" (1833) and... his passionate love affair with




George Sand whom he dedicated his famous novel "La Confession d´un enfant du siècle" to.

I would like to take a different approach and (re-)introduce him to you through his charming and sensitive little novel "Emmeline", published 1841 in "Souvenirs, Novelles". It is less know than his other work, but in my view one of the most beautiful treatises of an everlasting subject. I will only republish a syllabi of the text, that is the second part of the novel. I hope you´ll enjoy reading it, and I hope this will inspire you to read more from Alfred de Musset.

I have desperately tried to find an English translation, but didn´t so far, so whilst still searching for one, I will start publish the original French text for all of you who want to train your French language skills and get into this matter;-)

So watch this space!

x Alice

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Alfred de Musset ~ Emmeline





Chapitre IV


Parmi les habitués de l´hôtel de Marsan se trouvait un jeune homme nommé Gilbert. Je sens, Madame, qu´en vous parlant de lui, je touche ici à un point délicat, et je ne sais trop comment je m´en tirerai.

Il venait, depuis deux mois, une ou deux fois par semaine, chez la comtesse, et ce qu´il ressentait près d´elle ne doit peut-être pas s´appeler de l´amour. Quoi qu´on en dise, l´amour, c´est l´espérance; et telle que ses amis la conaissaient, si Emmeline inspirait des désirs, sa conduite et son caractère n´étaient pas faits pour les enhardir. Jamais, en présence de madame de Marsan, Gilbert ne s´était adressé de question de ce genre. Elle lui plaisait par sa conversation, par ses manières de voir, par ses goûts, par son esprit, et par un peu de malice qui est le hochet de l´esprit. Éloigné d´elle, un regard, un sourire, quelque beauté secrète entrevue, que sais-je? mille souvenirs s´emparaient de lui, et le poursuivaient incessamment, comme ces fragments de mélodie dont on ne peut se débarrasser à la suite d´une soirée musicale; mais, dès qu´il la voyait, il retrouvait le calme, et la facilité qu´il avait de la voir souvent l´empêchait peut-être de souhaiter davantage, car ce n´est quelquefois qu´en perdant ceux qu´on aime qu´on sent combien on les aimait.



Paul Verlaine ~ Gustave Courbet

En allant le soir chez Emmeline, on la trouvait presque toujours entourée; Gilbert n´arrivait guère que vers dix heures, au moment où il y avait le plus de monde, et personne ne restait le dernier: on sortait ensemble à minuit, quelquefois plus tard, s´il s´était trouvé une histoire amusante en train. Il en résultait que, depuis six mois, malgré son assiduité chez la comtesse, Gilbert n´avait point eu de tête-à-tête avec elle. Il la connaissait cependant très bien, et peut-être mieux que de plus intimes, soit par une pénétration naturelle, soit par un autre motif qu´il faut vous dire aussi. Il aimait la musique autant qu´elle; et, comme und goût dominant explique bien des choses, c´était par là qu´il la devinait: il y avait telle phrase d´une romance, tel passage d´un air italien qui était pour lui la clef d´un trésor; l´air achevé, il regardait Emmeline, et il était rare qu´il ne rencontrât pas ses yeux. S´agissait-il d´un livre nouveau ou d´une pièce représentée la veille, si l´un d´eux en disait son avis, l´autre approuvait d´un signe de tête. À une anecdote, il leur arrivait de rire au même endroit; et le récit touchant d´une belle action leur faisait retourner les regards en même temps, de peur de trahir l´émotion trop vive. Pour tout exprimer par un bon vieux mot, il y avait entre eux sympathie. Mais, direz-vous, c´est de l´amour; patience, madame, pas encore.

Gilbert allait souvent au Bouffes, et passait quelquefois un acte dans la loge de la comtesse. Le hasard fit qu´un de ces jours-là on donnât encore Don Juan. M. de Marsan y était. Emmeline, lorsque vint le trio, ne put s´empêcher de regarder à côté d´elle et de se souvenir de son mouchoir; c´était, cette fois, le tour de Gilbert de rêver au son des basses et de la mélancholique harmonie; toute son âme était sur les lèvres de mademoiselle Sontag, et qui n´eût pas senti comme lui aurait pu le croire amoureux de la charmante cantatrice; les yeux du jeune homme étincelaient. Sur son visage un peu pâle, ombragé de longs cheveux noirs, on lisait le plaisir qu´il éprouvait; ses lèvres étaient entr´ouvertes, et sa main tremblante frappait légèrement la mesure sur le velours de la balustrade. Emmeline sourit; et en ce moment, je suis forcé de l´avouer, en ce moment, assis au fond de la loge, le comte dormait profondément.

La Loge (1874) ~ Pierre-Auguste Renoir

Tant d´obstacles s´opposent ici-bas à des hasards de cette espèce, que ce ne sont que des rencontres; mais, par cela même, ils frappent davantage, et laissent un plus long souvenir: Gilbert ne se douta même pas de la pensée secrète d´Emmeline et de la comparaison qu´elle avait pu faire. Il y avait pourtant de certains jours où il se demandait au fond du coeur si la comtesse était heureuse; en se le demandant, il ne le croyait pas; mais dès qu´il y pensait, il n´en savait plus rien.
Voyant à peu près les mêmes gens et vivant dans le même monde, ils avaient tous deux nécessairement mille occasions de s´écrire pour des motifs légers; ces billets indifférents, soumis aux lois de la cérémonie, trouvaient toujours moyen de renfermer un mot, une pensée, qui donnait à rêver. Gilbert restait souvent une matinée avec une lettre de madame de Marsan ouverte sur la table; et malgré lui, de temps en temps il y jetait les yeux. Son imagination excitée lui faisait chercher un sens particulier aux choses les plus insignificantes; <>; et il avait beau n´y voir qu´une formule amicale, il se répétait que ce mot voulait pourtant dire: Toute à vous.


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Sans être homme à bonne fortunes commes M. de Sorgues, Gilbert avait eu des maîtresses: il était loin de professer pour les femmes cette apparence de mépris précoce que les jeunes gens prennent pour une mode, mais il avait sa facon de penser, et je ne vous expliquerai pas autrement qu´en vous disant que la comtesse de Marsan lui paraissait une exception. Assurément, bien des femmes sont sages; je me trompe, madame, elles le sont toutes; mais il y a manière de l´être. Emmeline, à son âge, riche, jolie, un peu triste, exaltée sur certains points, insouciante à l´excès sur d´autres, environnée de la meilleure compagnie, pleine de talent, aimant le plaisir, tout cela semblait au jeune homme d´étranges éléments de sagesse. "Elle est belle, pourtant! se disait-il, tandis que par les douces soirées d´août il se promenait sur le boulevard Italien. Elle aime sojn mari sans doute, mais ce n´est que de l´amitié; l´amour est passé; vivra-t-elle sans amour?" Tout en y pensant, il fit réflexion que depuis six mois il vivait sans maîtresse.

Un jour qu´il était en visites, il passa devant la porte de l´hôtel Marsan, et y frappa, contre sa coutume, attendu qu´il n´était que trois heures: il espérait trouver la comtesse seule, et il s´étonnait que l´idée de cet heureux hasard lui vînt pour la première fois. On lui répondit qu´elle était sortie. Il reprit le chemin de son logis de mauvaise humeur, et, comme c´était son habitude, il parlait seul entre ses dents. Je n´ai que faire de vous dire à quoi il songeait. Ses distractions l´entraînèrent peu à peu, et il s´écarta de sa route. Ce fut, je crois, au coin du carrefour Bussy qu´il heurta assez rudement un passant, et d´une manière au moins bizarre; car il se trouva tout à coup face à face avec un visage inconnu, à qui il enait de dire tout haut: " Si je vous le disais, pourtant, que je vous aime?"

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Il s´esquivait honteux de sa folie, dont il ne pouvait s´empêcher de rire, lorsqu´il s´apercut que son apostrophe ridicule faisait un vers assez bien tourné. Il en avait fait quelques-uns du temps qu´il était au collège; il lui prit la fantaisie de chercher la rime et il la trouva comme vous allez voir.
Le lendemain était un samedi, jour de réception de la comtesse. M. de Marsan commencait à se relâcher de ses résolutions solitaires, et il y avait grande foule ce jour-là; les lustres allumés, toutes les portes ouvertes, cercle énorme à la cheminée, les femmes d´un côté, les hommes d l´autre; ce n´était pas un lieu à billet doux. Gilbert s´approcha, non sans peine, de la maîtresse de la maison; après avoir causé de choses indifférentes avec elle et ses voisines un quart d´heure, il tira de sa poche un papier plié qu´il s´amusait à chiffonner. Comme ce papier, tout chiffonné qu´il était, avait pourtant un air de lettre, il attendait qu´on le remarquerait; quelqu´un le remarqua en effet, mais ce ne fut pas Emmeline. Il le remit dans sa poche, puis l´en tira de nouveau; enfin la comtesse y jeta les yeux et lui demanda ce qu´il tenait. "Ce sont, lui dit-il, des vers de ma facon que j´ai faits pour une belle dame, et je vous les montrerais, si vous me promettiez que, dans le cas où vous devineriez qui c´est, vous ne me nuirez pas dans son esprit."
Emmeline prit le papier et lut les stances suivantes:

À NINON

Si je vous le disais, pourtant, que je vous aime,
Qui sait, brune aux yeux bleus, ce que vous en diriez?
L´amour, vous le savez, cause une peine extrême:
C´est un mal sans pitié que vous plaignez vous-même;
Peut-être cependant que vous m´en puniriez.

Si je vous le disais, que six mois de silence
Cachent de longs tourments et des voeux insensés?
Ninon, vous êtes fine, et votre insouciance
Se plaît, comme une fée, à deviner d´avance.--
Vous me répondriez peut-être: Je le sais.

Si je vous le disais, qu´une douce folie
A fait de moi votre ombre, et m´attache à vos pas?
Un petit air de doute et de mélancolie,
Vous le savez, Ninon, vous rend bien plus jolie;--
Peut-être diriez-vous que vous n´y croyez pas.

Si je vous le disais, que j´emporte dans l´âme
Jusques aux moindres mots de nos propos du soir?--
Un regard offensé, vous le savez, madame,
Change deux yeux d´azur en deux éclairs de flamme;--
Vous me défendriez peut-être de vous voir.

Si je vous le disais, que chaque nuit je veille,
Que chaque jour je pleure et je prie à genoux?
Ninon, quand vous riez, vous savez qu´une abeille
Prendrait pour une fleur votre bouche vermeille;--
Si je vous le disais, peut-être en ririez-vous.

Mais vous n´en saurez rien; -- je viens, sans en rien dire,

M´asseoir sous votre lampe et causer avec vous;
Votre voix, je l´entends, votre air, je le respire; --
Et vous pouvez douter, deviner et sourire,
Vos yeux ne verront pas de quoi m´être moins doux.

Je récolte en secret des fleurs mystérieuses;
Le soir, derrière vous, j´écoute au piano
Chanter sur le clavier vos mains harmonieuses,
Et, dans les tourbillons de nos valses joyeuses,
Je vous sens, dans mes bras, plier comme un roseau.

La nuit, quand de si loin le monde nous sépare,
Quand je rentre chez moi pour tirer mes verrous,
De mille souvenirs en jaloux je m´empare;
Et là, seul, devant Dieu, plein d´une joie avare,
J´ouvre, comme un trésor, mon coeur tout plein de vous.

J´aime, et je sais répondre avec indifférence;
J´aime, et rien ne le dit; j´aime, et seul je le sais;
Et mon secret m´est cher, et chère ma souffrance;
Et j´ai fait le serment d´aimer sans espérance,
Mais non pas sans bonheur; -- je vous vois, c´est assez.

Non, je n´était pas né pour ce bonheur suprême
De mourir dans vos bras et de vivre à vos pieds:
Tout me le prouve, hélas! jusqu´à ma douleur même...
Si je vous le disais, pourtant, que je vous aime,
Qui sait, brune aux yeux bleus, ce que vous en diriez?


The Reader (1770-1772)

Lorque Emmeline eut achevé sa lecture, elle rendit le papier à Gilbert, sans rien dire. Un peu après, elle le lui redemanda, relut une seconde foir, puis garda le papier à la main d´un air indifférent, comme il avait fait tout à l´heure, et, quelqu´un s´étant approché, elle se leva et oublia de rendre les vers.


*******************



Chapitre V

Qui sommes-nous, je vous le demande, pour agir aussi légèrement? Gilbert était sorti joyeux pour se rendre à cette soirée; il revint tremblant comme une feuille. Ce qu´il y avait dans ses vers d´un peu exagéré et d´un peu plus que vrai, était devenu vrai dès que la comtesse y avait touché. Elle n´avait cepandant rien répondu, et, devant tant de témoins, impossible de l´interroger. Était-elle offensée? Comment interpréter son silence? Parlait-elle la première fois, et que dirait-elle? Son image se présentait tantôt froide et sévère, tantôt douce et riante. Gilbert ne put supporter l´incertitude; après une nuit sans sommeil, il retourna chez la comtesse; il apprit qu´elle venait de partir en poste, et qu´elle était au Moulin de May.
Il se rappela que peu de jours auparavant il lui avait demandé par hasard si elle comptait aller à la campagne, et qu´elle lui avait répondu que non; ce souvenir le frappa tout à coup.
"C´est à cause de moi qu´elle part, se dit-il; elle me craint, elle m´aime!"

À ce dernier mot, il s´arrêta. Sa poitrine était oppressée, il respirait à peine et je ne sais quelle frayeur le saisit; il tressaillit malgré lui à l´idée d´avoir touché si vite un si noble coeur. Les volets fermés, la cour de l´hôtel déserte, quelques domestiques qui chargeaient un fourgon, ce départ précipité, cette sorte de fuite, tout cela le troubla et l´étonna. Il rentra chez lui à pas lents. En un quart d´heure il était devenu un autre homme. Il ne prévoyait plus rien, ne calculait plus rien; il ne savait plus ce qu´il avait fait la veille, ni quelles circonstances l´avaient amené là; aucun sentiment d´orgueil ne trouvait place dans sa pensée; durant cette journée entière il ne songea pas même aux moyens de profiter de sa position nouvelle, ni à tenter de voir Emmeline; elle ne lui apparaissait plus ni douce ni sévère, il la voyait assise à la terasse, relisant les stances qu´elle avait gardées, et en se répétant: "Elle m´aime!" il se demandait s´il en était digne.
Gilbert n´avait pas vingt-cinq ans; lorsque sa conscience eut parlé, son âge lui parla à son tour. Il prit la voiture de Fontainebleau le lendemain, et arriva le soir au Moulin de May; quand on l´annonca, Emmeline était seule; elle le recut avec un malaise visible; en le voyant fermer la porte, le souvenir de M. de Sorgues la fit pâlir. Mais, à la première parole de Gilbert elle vit qu´il n´était pas plus rassuré qu´elle-même. Au lieu de lui toucher la main comme il faisait d´ordinaire, il s´assist d´un air plus timide et plus réservé qu´auparavant. Ils restèrent seuls environ une heure, et il ne fut question ni des stances ni de l´amour qu´elles eprimaient. Quand M. de Marsan rentra de la promenade, un nuage passa sur le front de Gilbert, il se dit qu´il avait bien mal profité de son permier tête-à-tête. Mais il en fut tout autrement d´Emmeline; le respect de Gilbert, l´avait émue, elle tomba dans la plus dangereuse rêverie, elle avait compris qu´elle était aimée, et de l´instant qu´elle se crut en sûreté, elle aima.
Lorsqu´elle descendit, le jour suivant, au déjeuneur, les belles couleurs de la jeunesse avaient reparu sur ses joues; son visage aussi bien que son coeur avait rajeuni de dix ans. Elle voulut sortir à cheval malgré un temps affreux; elle montait une superbe jument qu´il n´était pas facile de faire obéir, et il semblait qu´elle voulût exposer sa vie; elle balancait en riant sa cravache au dessus de la tête de l´animal inquiet, et elle ne put résister au singulier plaisir de le frapper sans qu´il eût méritité; elle le sentit bondir de colère et, tandis qu´il secouait l´écume dont il était couvert, elle regarda Gilbert. Par un mouvement rapide, le jeune homme s´était approché et voulait saisir la bride du cheval. "Laissez, laissez, dit-elle en riant, je ne tomberai pas ce matin."

Il fallait pourtant bien parler de ces stances, et ils s´en parlaient en effet beaucoup tous deux, mais des yeux seulement: ce langage en vaut bien en autre. Gilbert passa trois jours au Moulin de May, sur le point de tomber à genoux à chaque instant. Quand il regardait la taille d´Emmeline, il tremblait de ne pouvoir résister à la tentation de l´entourer de ses brar; mais, dès qu´elle faisait un pas, il se rangeait pour la laisser passer, comme s´il eût craint de toucher sa robe. Le troisième jour au soir, il avait annoncé son départ pour le lendemain matin; il fut question de valse en prenant le thé, et de l´ode de lord Byron sur la valse. Emmeline remarqua que, pour parler avec tant d´animosité, il fallait que le plaisir eût excité bien vivement l´envie du poète qui ne pouvait le partager (Byron était pied-bot); elle fut chercher le livre à l´appui de son dire, et, pour que Gilbert pût lire avec elle, elle se placa si près de lui que ses cheveux lui effleurèrent la joue. Ce léger contact causa au jeune homme un frisson de plaisir auquel il n´eût pas résisté si M. de Marsan n´eût été là. Emmeline s´en apercut et rougit: on ferma le livre, et ce fut tout l´événement du voyage.
Voilà, n´est-il pas vrai, madame, un amoureux assez bizarre? Il y a un proverbe qui prétend que ce qui est différé n´est pas perdu. J´aime peu les proverbes en général, parce que ce sont des selles à tous chevaux; il n´en est pas un qui n´ait son contraire, et quelque conduite que l´on tienne, on en trouve un pour s´appuyer. Mais je confesse que celui que je cite me paraît faux cent fois dans l´application, pour une fois qu´il se trouvera juste, tout au plus à l´usage de ces gens aussi patients que résignés, aussi résignés qu´indifférents. Qu´on tienne ce language en paradis, tandis que les saints se disent entre eux ce qui est différé n´est pas perdu, c´est à merveille; il sied à des gens qui ont devant eux l´éternité de jeter le temps par les fenêtres. Mais nous, pauvre mortels, notre chance n´est pas si longue. Aussi je vous livre mon héros pour ce qu´il est; je crois pourtant que, s´il eût agi de toute autre manière, il eût été traité comme M. de Sorgues.

(to be continued soon...)

Intermezzo


In the Tepidarium (1881) ~ Sir Lawrence Alma-Tadema
************
poem "Intermezzo": self-censored and moved!

Segellos gerade ~ Sarah

Segellos gerade

Das Haar der Nereiden
an deinem Leib
zeugt von der Tiefe
die einst war

Zersplitterte Holzplanken
wiegen sich im Geiste
noch immer
doch stolz steht der Mast
segellos gerade

Die Flut glättet im täglichen Spiel
deine kantigen Konturen
du beherbergst Winde
auch sie sind angekommen

*************


Ein Gedicht von Sarah aus Zürich

June 15, 2007

Pablo Neruda ~ Wenn Du mich vergisst

Si tú me olvidas

Ich möchte, dass Du
eines weißt.

Du weißt ja, wie das ist:
Betrachte ich
den kristallenen Mond, den roten Zweig
des säumigen Herbstes an meinem Fenster,
berühre ich
beim Feuer
die ungreifbare Asche
oder den runzligen Körper des Holzes,
bringt mich alles zu Dir,
als wäre alles, was da ist,
Düfte, Licht, Metalle,
nichts andres als ein Schwarm kleiner Schiffe,
hinsegelnd zu Deinen Inseln, die mich erwarten.

Nun aber,
wenn Du allmählich aufhörst, mich zu lieben,
werde ich aufhören, Dich zu lieben, allmählich.

Wenn Du auf einmal
mich vergißt,
suche nicht nach mir,
denn ich werde Dich schon vergessen haben.

Scheint er Dir lang und irre lodernd,
der Fahnenwind,
der mein Leben durchweht,
und entscheidest Du Dich,
mich auszusetzen, am Rand
des Herzens, in dem ich verwurzelt bin,
so bedenke,
dass am selben Tag,
zur selben Stunde,
ich die Arme erhebe
und meine Wurzeln sich aufmachen,
einen anderen Boden zu suchen.

Doch wenn Du
jeden Tag,
jede Stunde
empfindest, dass Du für mich bestimmt bist,
mit unverrückbarer Süße,
wenn jeden Tag,
eine Blüte aufsprießt zu Deinen Lippen, um mich zu suchen,

ach, meine Liebe, ach, Meine,
so wiederholt sich in mir all dies Feuer,
und nichts erlischt in mir, nichts wird vergessen,
meine Liebe nährt sich von Deiner Liebe, Geliebte,
und solange Du lebst, wird sie in Deinen Armen sein,
ohne die meinen zu verlassen.

****************

aus: Pablo Neruda ~ Liebesgedichte, Sammlung Luchterland, September 1977, Deutsche Übersetzungen aus "Los versos del capitán" (1952), "20 poemas de amor y una canción desesperada (1924), "El hondero entusiasta" (1933)

Gesammeltes_01: "Die Möglichkeit der Freiheit verkündet sich in der Angst"


Angel in the Sky ~ amethyst.raindrops

Frank Kafka:
Franz Kafka hat eine Einladung nach Georgental angenommen. In einem Brief schreibt er an einen Freund: "Ich habe, aufrichtig gesagt, eine fürchterliche Angst vor der Reise, natürlich nicht gerade vor dieser Reise und überhaupt nicht nur vor der Reise, sondern vor jeder Veränderung; je größer die Veränderung ist, desto größer ist zwar die Angst, aber das ist nur verhältnismäßg, würde ich mich nur auf die allerkleinste Veränderung beschränken - das Leben erlaubt es allerdings nicht -, würde schließlich die Umstellung eines Tisches in meinem Zimmer nicht weniger schrecklich sein als die Reise nach Georgental."


Crocker Angel Mountain View Cemetery Oakland ~ johnmartine.63

Soren Kierkegaard:
"Die Möglichkeit der Freiheit verkündet sich in der Angst."


Angel With One Wing ~ Zen Cat

Dr. Arnold Retzer:
"Vor den Furchtlosen kann einem angst werden."

Woody Allen:
"Mag sein, dass es irgendwo in der Wirklichkeit einen Platz für mich gegeben hätte. Aber ich hatte nie Lust, dorthin zu gehen."

Angel wants the Sky ~ amishjim

Goethe:
"Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide."

García Marquez:
"Nicht, was wir gelebt haben, ist das Leben, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen."

Brigitte Kohn über Cervantes´Don Quijote:
Die Probleme, die im Don Quijote verhandelt werden, sind zeitlos, sie entzünden sich nur an wechselnden Gegenständen. Sie kreisen um die Frage: Was ist die Wahrheit? Was ist Wirklichkeit?
Ohne Fantasien und Träume, ohne Virtualitätserfahrungen wäre sie gar nicht vorstellbar. Wirklichkeit besteht nicht einfach aus den Gegenständen der Außenwelt, sondern wird erzeugt durch die Art und Weise, wie die Individuen sie sichten und ordnen. Wirklichkeitserfahrung ist geistige Produktivität, gelenkt durch Sprache, Tradition und kulturelle Überlieferung. Das sieht bei jedem Menschen anders aus und bei Don Quijote eben so: "Alles, was er sah, wusste er seinem wahnwitzigen Ritterwesen und seinen Fantasien ... mit Leichtigkeit anzupassen." (...)
Angel facing the light ~ _RedShoesGirl_

Was ist verrückt, was ist normal? Was tötet, was macht lebendig? Was befreit, was legt in Fesseln? Wie man den Don Quijote auch dreht und wendet: Er gibt keine Antwort, er verstrickt seine Leser in Vieldeutigkeiten. Aber inspiriert, immer wieder neu, zum Abenteuer des Fragens und Suchens. Tot ist der verarmte Landjunker Alonso Quijano. Don Quijote aber lebt."

Fritz Perls:
"Ich bin ich, und Du bist Du."

Angel with Flowers ~ cybertoad

Volksweisheit:
"Wir bereuen nicht die Dinge, die wir tun, sondern nur die Dinge, die wir nicht getan haben."

*************

Quelle für alle *Engelsphotogafien*: www.flickr.com

June 06, 2007

Ice on Ice before Sun ~ the beacon



Photo: the beacon
Source: www.flickr.com

Ice Shelves, Breaking Up...


Photos by April H.

Moment Of A Torque*

Under the pack ice, the streaming is vivid,
There is an ever-moving gravity at work.
Sometimes, the undersea is wild and livid,
Other times, it is docile and fluffy-mild.

An enclosed stretch of fluids inside our veins
Is pulsing with plenty of stunning, vital parts:
Love, choler, compassion, sharp ardour and pains,
Happiness speckled with joyfully broken hearts.

As the perpetual ice, the system rips up,
Just once, or sometimes - every once in a while,
Opens trails for foreign energies to drop
Live-cells---volatile matters---evolution in sight?

This happens when a loving sun heats up the surface,
For seconds, warming even lost universes deep inside,
As if it had nothing else to do, it ripens a bunch of grapes,
Mocking at the ones who did not expect them to thrive.

What a fierce momentum, challenging momentous changes!
If you miss that moment, what is there left to say?
The pack ice may freeze up again, maybe for ages,
Immobilize you, until another heat ray shines on your way.

So, for all you may say: the streaming is vivid!
There is an ever-moving gravity at work.
Sometimes, it will pass by like a silent spirit,
Other times catch you, and shake you back to life!

*******************

Alice McDuff ~ 6 June 2007

*Moment of a torque = the tendency to produce rotation or torsion; it is expressed as the product of a force and its distance from the axis of rotation. A torque is equivalent to a "couple" [phys.]:

http://www.grc.nasa.gov/WWW/K-12/airplane/torque.html
http://library.thinkquest.org/28388/Mechanics/Moment/Moment.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Torque

Serenity ~ raspberrytart


photo: raspberrytart

May 31, 2007

Todeserwarten

für meine Oma

Mit angstvoller Frage aus Knochen und Haut,
so schaust Du mich an:
Wann ist es soweit?
Wann ist es soweit?

Die schmalen Hände zerwühlen die Decken,
seit vierhundert Tagen:
Doch was ist die Zeit?
Warum diese Zeit?

Ein hellblaues Lächeln in hastloser Stunde,
die Rechteckenfläche,
Die Schatten im Zimmer,
Du kennst sie zu gut.

Die Wartezeit, schlägt sie Dir Wunden ins Leben?
Erinnern verletzend:
Ward alles getan?
Wann fehlte der Mut?

Der Kreisel des Lebens zerfällt in Spiralen
Aus Stunden und Jahren,
Aus Tagen und Nächten...
Ist es früh oder spät?

Ich halt´ Deine Hände, wir werden uns wärmen,
Die Ängste vertreiben,
Bis das Diesseits verblasst,
Und Du jenseits erwachst.

******

Alice McDuff ~ 31. Mai 2007

May 13, 2007

Mascha Kaléko ~ Die paar leuchtenden Jahre























Bericht aus einer Kindheit

Weil er die Geige spielte wie ein Engel,
Vorausgesetzt, dass Engel Geige spielen,
Gehörte ihm mein halb erwachtes Herz
Mit seinen höchst verwirrenden Gefühlen,

Vom Reich der Kindheit offiziell verbannt,
Das Tor zur Welt der Großen noch versperrt,
So schwebte ich in meinem Niemandsland
Und lebte für ein Violinkonzert.

Da saß ich denn in der Philharmonie
Und schämte mich der dummen fünfzehn Jahre.
Das Schottenröckchen reichte kaum ans Knie,
Und auf dem Podium stand der Wunderbare

Und musizierte sich stracks in mein Leben,
Trug seinen Namen in mein Schicksal ein.
Mama in schwarzem Taft saß dicht daneben
Und ahnte nichts. Und ich war so allein.

So einsam war die Welt in jenem Herbst.
Die Ahornbäume sandten ihren herben
Oktoberduft zum Abschied in den Park.
Ich lernte damals unauffällig sterben.

************

Ich schreib Dir einen Liebesbrief



Du gefällst mir so gut,
Doch ich hab nicht den Mut,
Dir das leiseste Wörtchen zu sagen.
Ich werd schüchtern und rot

Und ich stottre mich tot,
Darum muß ich´s per Post einmal wagen:

Ich schreib Dir einen Liebesbrief seit heute früh um acht,
Ich hab die ganze Nacht
An nichts als Dich gedacht.
Ich schrieb Dir gern drei Worte nur:
"Ich lieb Dich" - kurz und schlicht,
Dich leider, leider, traue ich mich nicht!
Drum schreib ich Dir von Dingen und von Leuten,
Die mir im Grunde keinen Deut bedeuten.
Was immer auch geschrieben steht auf diesem Stück Papier -
Es heißt nur eins: Ich sehne mich nach Dir!

Ich war häßlich zu Dir,
Du warst gräßlich zu mir,
Doch da hilft nun kein Jammern und Stöhnen,
Überall gibt´s mal Krach,
Doch der Klügere gibt nach,
Und wir wollen uns wieder versöhnen:

Ich schreib Dir einen Liebesbrief seit heute früh um acht,
Ich hab die ganze Nacht
An nichts als Dich gedacht.
Ich schrieb Dir gern drei Worte nur:
"Ich lieb Dich" - kurz und schlicht,
Doch leider, leider, traue ich mich nicht!
Drum schreib ich Dir von Dingen und von Leuten,
Die mir im Grunde keinen Deut bedeuten.
Was immer auch geschrieben steht auf diesem Stück Papier -
Es heißt nur eins: Ich sehne mich nach Dir!

*************

Für Chemjo zu Pessach 1944

Wir haben das Schweben verlernt,
Weh uns, wir kleben am Weg.
Vom Leuchten der Sterne entfernt,
Die Flügel gesenkt und träg,
So trotten die Füße ergeben.
Ach, Liebster, bevor es zu spät,
Versuchen wir´s, uns zu erheben.

*************

Morgenländisches Liebeslied

Drei Tropfen Herzblut weinte ich um Dich.
Von ihrer Röte tranken alle Rosen.
Siehst Du den Wind ein Rosenblatt liebkosen,
Rot wie mein Blut: Denke Du an mich.

Ich war das Kind, dem alle Wolken sangen,
Sie wiegten sich in meinem jungen Traum.
Mein waren Stern und See und lichter Baum
In Waldesfrühe schlank und taubehangen.

Nachts bot der Mond mir seinen Silberball,
Die Blumen baten: Nimm von unseren Düften.
Mir wob der Frühling Träume aus Kristall
Und hängte mir sein Blühen um die Hüften.

- Das alles warf ich fort, wie Kinder tun
Mit ihren müdgespielten Kieselsteinen,
Um einen Pulsschlag in Dir auszuruh´n
Und dann mein letztes Herzblut zu verweinen.

1938

***************



Sprichwörter und Redensunarten....

12

Eines läßt sich nicht bestreiten:
Jede Sache hat zwei Seiten.
- Die der andern, das ist eine,
Und die richtige Seite: Deine.

****************

Das Ende vom Lied

Ich säh Dich gern noch einmal wie vor Jahren
Zum erstenmal. Jetzt kann ich es nicht mehr.
Ich säh Dich gern noch einmal wie vorher,
Als wir uns herrlich fremd und sonst nichts waren.

Ich hört Dich gern noch einmal wieder fragen,
Wie jung ich sei, was ich des Abends tu.
Und später dann im kaum gebornen Du
Mir jene tausend Worte Liebe sagen.

Ich würde mich so gerne wieder sehnen,
Dich lange ansehn stumm und so verliebt.
Und wieder weinen, wenn Du mich betrübt,
Die viel zu oft geweinten dummen Tränen.

Das alles ist vorbei. Es ist zum Lachen!
Bist Du ein andrer, oder liegt´s an mir?
Vielleicht kann keiner von uns zwein dafür.
Man glaubt oft nicht, was ein paar Jahre machen.

Ich möchte wieder Deine Briefe lesen,
Die Worte, die man liebend nur versteht.
Jedoch mir scheint, heut ist es schon zu spät.
Wie unbarmherzig ist das Wort: Gewesen!

********************

Die Zeit steht still

Die Zeit steht still. Wir sind es, die vergehen.
Und doch, wenn wir im Zug vorüberwehen,
Scheint Haus und Feld und Herden, die das grasen,
Wie ein Phantom an uns vorbeizurasen.
Da winkt uns wer und schwindet wie im Traum,
Mit Haus und Feld, Laternenpfahl und Baum.

So weht wohl auch die Landschaft unseres Lebens
An uns vorbei zu einem andren Stern
Und ist im Nahekommen uns schon fern.
Sie anzuhalten suchen wir vergebens
Und wissen wohl, dies alles ist nur Trug.

Die Landschaft bleibt, indessen unser Zug
Zurücklegt die ihm zugemeßnen Meilen.

Die Zeit steht still. Wir sind es, die enteilen.

**********************



Ich und Du wir waren ein Paar
Jeder ein seliger Singular
Liebten einander als Ich und als Du
Jeglicher Morgen ein Rendezvous
Ich und Du wir waren ein Paar
Glaubt man es wohl an die vierzig Jahr
Liebten einander in Wohl und Wehe
Führten die einzig mögliche Ehe
Waren so selig wie Wolke und Wind
Weil zwei Singulare kein Plural sind

***************

Alle Gedichte von Mascha Kaléka, aus: Die paar leuchtenden Jahre, dtv 5. Auflage August 2006

Mascha Kaléko (gebürtig Golda Malka Aufen, * 7. Juni 1907 in Krenau oder Schidlow (Chrzanów), Galizien (Österreich-Ungarn, jetzt Polen); † 21. Januar 1975 in Zürich) war eine deutschsprachige bzw. deutsche, eigentlich österreichische Dichterin.


Mehr von und über Mascha Kaléko:
http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=4.1/REL?PPN=118776592
http://de.wikipedia.org/wiki/Mascha_Kaléko

Hotel Room ~ paupixel



"Behold me, (...),-see what I suffer, and from whom, because I feared to cast away the fear of Heaven!
Behold me what I suffer and from whom,
Because I have upheld that which is high."
Sophokles ~ Antigone
Foto: paupixel

Bevor die Nacht vergeht

Des Nachts, mit zärtlichem Wispern,
entflammt Hitze an meiner Haut,
befreite Gedanken, ein Knistern,
Verlangen nach Dir wird laut.

Deine Hände auf meinem Leib,
erfahren und ruhig, doch bestimmt.
Was suchst Du? Das lockende Weib?
Den Engel mit Haaren im Wind?

Nun kann ich es nicht mehr erwarten,
umschling´ Dich mit forderndem Kuss,
Deine Härte nimmt mir den Atem,
Deine Lust ist mein größter Genuss.

Ich erwidre Dein Kommen und Gehen,
meine Seele verstrickt sich mit Dir,
ich höre mich stöhnen und flehen,
dann verlierst auch Du Dich in mir.

Leiser rufe ich Deinen Namen
war ich träumend, oder erwacht?
Wilde Lichter tanzen und fahren
und langsam vergeht die Nacht.

**********

Alice McDuff ~ 9. Mai 2007


May 11, 2007

Cropped Clapping ~ Ed Wenn


Photo by Ed Wenn

Damn you soothsayers of no avail ~ Bengt Bjorklund

Damn you soothsayers of no avail
who pry on my dignity
and leave me with no trail,
who hawk my words
on markets and swift courts
where gossip and dead birds
refuse to fall to silent ground.

Damn you do-gooders and all you
who prance through moonless nights,
who believe that angels can’t fall
from the face of smugness and heights,
never daring to charge the old father
with history’s altar-dead body pile
and all mislead, murky molestations.

*********************

a poem by Bengt Bjorklund (cornbob), a painter and a poet from Stockholm and one of my favourite *poetic fellows* at Poetry Junction´s. Many many thanks Bengt, for allowing me to use this great write here on my Wonderland:-)

For more by Bengt, look here: www.andrasidan.nu and here: http://poetryjunction.proboards19.com/index.cgi?action=viewprofile&user=cornbob

May 10, 2007

Found


Photo: Johnny Foto

Les feuilles mortes ~ Jacques Prévert

Oh! je voudrais tant que tu te souviennes
des jours heureux où nous étions amis.
En ce temps-là la vie était plus belle
et le soleil plus brûlant qu´aujourd´hui.
Les feuilles mortes se ramassent à la pelle.
Tu vois, je n´ai pas oublié ...
Les feuilles mortes se ramassent à la pelle
les souvenirs et les regrets aussi.
Et le vent du Nord les emporte dans la nuit froide de l´oubli.
Tu vois, je n´ai pas oublié la chansons que tu me chantais.

C´est une chanson qui nous ressemble.
Toi tu m´aimais et je t´aimais.
Nous vivions tous les deux ensemble
toi qui m´aimais
moi qui t´aimais.
Mais la vie sépare
ceux qui s´aiment
tout doucement
sans faire de bruit.
Et la mer efface sur le sable
les pas des amants désunis.

Les feuilles mortes se ramassent à la pelle
les souvenirs et les regrets aussi.
Mais mon amour silencieux et fidèle
sourit toujours et remercie la vie.
Je t´aimais tant, tu étais si jolie.
Comment veux-tu que je t´oublie.
En ce temps-là la vie était plus belle
et le soleil plus brûlant qu´aujourd´hui.
Tu étais ma plus douce amie ...
Mais je n´ai que faire des regrets
Et la chanson que tu chantais
toujours, toujours je l´entendrai!

C´est une chanson qui nous ressemble.
Toi tu m´aimais et je t´aimais.
Nous vivions tous les deux ensemble
toi qui m´aimais
moi qui t´aimais.
Mais la vie sépare
ceux qui s´aiment
tout doucement
sans faire de bruit.
Et la mer efface sur le sable
les pas des amants désunis.

****************

par Jacques Prévert,
source: Gedichte und Chansons, rororo Hamburg Juni 1971

Je trouve que c´est un des ses plus merveilleux poêmes... je l´adore, celui-là!

Feather light


Title: Feather light

Deine Zeiten

Meine liebe Natasa,
nun strahlst Du vor Glück,
auf gewundenen Wegen
fand es zu Dir zurück.

Als Spiegel der Männer
in geistreichen Stunden
hattest Du es gesucht
und doch nicht gefunden.

Du hast andere begleitet
als sie kurz darin glänzten
und es wieder verloren,
teiltest Tiefen und Ängste.

In Geduld und mit Verve
warst Du an ihrer Seite,
keine andere Freundin
die so Kostbares teilte.

Endlich kommt Deine Zeit
für Gefühl und Verstand,
in der Buchstabenwüste
hast du ihn erkannt,

den warmen Diamanten
der im Stein sich versteckte
darauf hoffend, dass ihn
Deine Liebe entdeckte,

und hast nicht gezögert

Deinen Mut zu beweisen,
Dich ins Schicksal zu werfen
um das Glück zu bereisen.

Alle Sonnen des Himmels
mögen jetzt auf Euch scheinen,
und ich wünsche Euch Kräfte
für das Lachen und Weinen,

Für das Tiefe und Schöne
das direkt vor Euch liegt
für alles, was bleibt,
und das, was vergeht.

Und du weißt, liebe Freundin,
zum Trösten und Scherzen
kannst Du mich stets rufen,
ich trag´ Dich im Herzen!

****************

8. Mai 2007

May 09, 2007

come with me to the `Sea of Love´


Gezeitenkräfte

Er lehrte sie das Schweigen,
das Schweigen im endlosen Raum,
übrig gebliebene Worte,
wanderten in ihren Traum.
Zu dichten Wolken versponnen,
drängten sie immerfort
die schöneren Tage vor Augen
von ihrem zu seinem Ort.

Er lehrte sie das Warten,
das Warten auf drehenden Wind,
sie wartete wie eine Tote,
sie wartete wie ein Kind,
auf diese Wunder und Zeichen,
die ihr sein Mut nicht bescherte,
auf neu gestellte Weichen,
die ihnen die Furcht verwehrte.

Er lehrte sich das Vergessen,
das Vergessen des eigenen Glücks.
Er verlernte sogar zu sprechen,
mit jedem Verschweigen ein Stück.
Es brachen des Adlers schwingen,
es verstummten die Lieder und Klänge.
Was verraten sie in seinen Träumen?
Wie entflieh´n sie der grausamen Enge?

Und sie? Sie lehrt sich Vergebung,
die Vergebung all´ ihrer Schwächen.
Ihre Handflächen dreht sie zum Meer,
sie schwankt, doch gleich wird sie lächeln,
denn Sand umhüllt ihren Körper,
und Meersalz kränzt ihre Haare,
hier werden sie alle vergolten,
die großen und kleineren Jahre.

*************

Alice McDuff ~ 8. Mai 2007

May 01, 2007

Farben

Es gab nur eine Farbe, das war grün,
zumindest sagte mir dies mein Gefühl,
bevor Du losließt meine warme Hand
und mich vertriebst aus Deinem weiten Land.

Es gab nur eine Farbe, und zwar rot,
Wir liebten uns auf diesem schiefen Boot
mit Blicken und vielleicht auch mit Gedanken,
mit nackten Füßen auf hölzernen Planken.

Es gab nur eine Farbe, es war weiß,
so glänzend wie der eng verschlungene Kreis,
den Du mir damals um den Hals gelegt,
zum Zeichen, dass dies alles nie vergeht.

Es gab nur eine Farbe, das war grau,
wie Eis im winterlichen Morgenrau,
als dieser Hauch von Hoffnung von mir wehte
und Schweigepflicht mich tausendfach zerlegte.

***********************

Alice McDuff ~ 1. Mai 2007

"Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt." (Novalis)

April 30, 2007

Dolphin by Kasnyi Fotoapparat


photo by Kasnyi Fotoapparat

Of Re-burgeoning Taste

This is their time for something new,
Their second chance for happiness,
An opened gate to something true,
To re-united tenderness.

Arisen from a former life
When words just flowed so easily,
That match code between man and wife
Engraved in bodies´ memories.

But can he feel her calling him
Beyond the choppy waters?
Will she believe him, deep within,
Beyond the wary laughter?

Love doesn´t lie in private hands,
It is a daily venture,
Like bridging sea gaps to the sands,
In spirit of adventure.

*************

Alice McDuff ~ 30 April 2007
Photo: The Angel & The Veil by concreationist

April 29, 2007

Gliese 581 c - First Images by aldo



Gliese 581 c, an Earthlike planet spotted outside our solar system is the first found that could support liquid water and harbor life, scientists recently announced.On the first panorama off the surface of the planet, which has 5 times the weight of the earth, we can clearly see forms of vegetation. The sky, colored by the system's red dwarf 'sun' Gliese 581, shows evidence of a faint atmosphere.
Photo & text: aldo

April 26, 2007

Possible Worlds ( Gliese 581 c )

"- Come over, Alice. Let´s sit down at this table, here. It´s free and we´ll be able to see the band playing."

"- Fine. I´ll get us some drinks first, I´ll be right there. Hang on a minute, Eric..."

"-Zwei Kölsch, bitte! Okay, here we go."

"-Thank you, Alice. Ahhh, that´s better. Well, it was high time that we meet again. I missed you, darling!"

"-Ha-ha! You liar!! How can you say you missed me when your entire head is stuffed with Gliese 581 c and all that?!"

"- Did you miss me too?"

"- Gliese --- that sounds like a lubrificant to me --- Gliese, glycerine, gliding... ha-ha, try the best astronomical lubricant of the universe, it´s discrete, odourless and easy to handle, it´s..."

"- Jesus, how childish you are, Alice! Wilhelm Gliese was the German astronomer who developed the catalogue that includes and categorises the red dwar star Gliese 581 and the extra solar planets orbiting it. So, he´s your compatriot, didn´t you know? Besides, what kind of weird and destructive mood are you in?"

" - Excuse me, I beg your pardon! Tu as raison: I´m silly. In a destructive mood... yeah. It´s the fucking date, you know, April 26th. I hate this date! It´s my Frech grandma´s death date. It´s the dispersal date of my ex-lover and me. It´s the date of the amok run in Erfurt/Germany. It´s Chernobyl day... it´s a fucked-up date! But.... I´m glad I can spend it with you, Eric!"

"- Fine. Are you ready then, for Planet Podge?"

"- Yes, I am. Tell me about it."

"Planet Podge, also known as Gliese 581 c aka Earth II. Discovered two days ago by the team of Stephen Urdy of the Geneva Observators in Switzerland, with a HARPS instrument, a 3.6-m ESO telescope. What they found is the most Earth-like planet outside our Solar System discovered to date, an exoplanet with a radius only 50% larger than the Earth and capable of having liquid water. At least that´s what they calculated, based on the assumption that it is a rocky planet, rather than an icy planet, in which case gravity on its surface is approximately 2.2 times stronger than on Earth. And its mass is estimated to be about five times that of the Earth. It is 14 times closer to its host star, the red dwarf Gliese 851 than the Earth is from the Sun, about 11 million km from it, while the Earth is 150 million km from the Sun. Therefore, it completes a full orbit in 13 days. So a year is only 13 days long! However, given that Gliese 581 is smaller and colder than the Sun - and thus less luminous - the planet nevertheless lies in the habitable zone, the region around a star where water could be liquid."

- “Wow, that implicates a time-accelerator. If one year is completed in 13 days, 5 years would be completed in less than 70 days, 10 years in 130 days, well that would suit me, sometimes…”

- “Why that? Do you long for growing older?”

“- No, I just long for time to pass, sometimes, or simply for a change… but I suppose that is a naïve fallacy…”

- “That’s what you say, my dear.”

- “Anyway, these are such wondrous, most wonderful news!! I always believed that there were several *possible worlds*, or should I say “possible Earths”? Saying that we are the only ones is so snobbish and superficial! How could we even dare…?? Even my 3-year-old son is convinced that there may be other planets like ours out there, and thus without any educational background. Yesterday, he said: “Maman, I’m gonna be an astronaut when I’m grown up. You said that behind the skies and the universe, they say there are other skies and universes, and so on, and then infinity. So that when I’ll be ten years old, I’ll construct faster machines and robots so that we can go and look for more worlds out there! So that we can learn what is infinity. Mommy, what is *infinity*???”

“- What did you reply?”

“- I said “I don’t know”.
I said “I’m afraid of flying so high”
I asked “What do YOU think infinity is?" "

"- What did he reply to that?”

“- He told me “Oh Maman, if you’re afraid of flying, you´ll have to stay down on Earth, sorry. I’ll wave you. "
And he said “I think infinity is *nothing*.” "

- Ha-ha, he might be right. There might be no such thing as infinity, or infinity might be equal to nothing or nothingness. Or have you ever met any form of infinity in daily life or relationships?

“- No, I haven´t. But tell me, do you think there could be life on Earth II?”

“-Well, I have no idea. There could be life, because the scientists project an average surface temperature of 0-40°C (32-104°F). So Gliese 581 c is within the habitable zone where liquid water, commonly understood as a necessary ingredient for life, could exist. But…”

“- But… what??”

“- But although the potential liquid is predicted by the habitable zone model, no direct conclusive evidence has been found to date. There are techniques existing that can potentially be applied to determine the existence of water vapour in an extra solar planet’s atmosphere, but this method requires the rare coincidence of a planet whose orbit causes it to transit directly in front of its sun, something Gliese 581 c is not known to do.”

“- So what are we waiting for? Let’s be daring, why go there to check it?!"

- Well indeed - why not? Gliese 581 is among the 100 closest stars to us, located only 20.5 light-years away from our home, in the constellation Libra (“the Scales). –That’s ~ 200 billions km away from here. Moreover, the red dwarf Gliese 581 is the host of a 3-planet system, the two other ones are called Gliese 581 a and Gliese 581 b. One of them is some kind of a hot Neptune, made only of gas, the other one has higher mass than Earth II and is closer to the red dwarf. There might be another exoplanet orbiting Gliese 581, but it hasn’t been detected for sure yet. So our number c is thus the know exoplanet which moist resembles our own Earth. But unfortunately, apart from its relative distance to us, there might be another problem.

“- Some obstacle preventing life forms?”

“- We don’t know yet. But our newly discovered Super-Earth planet may be tidally locked to its parent star, with one hemisphere always lit and the other always dark. In that case the lit hemisphere might be extremely hot and the dark hemisphere extremely cold, while the small terminator or “twilight zone” between them might have a moderate climate more suitable for life as we know it.”

- “Ahhh, the twilight zone…!!! Can you imagine? Let’s accelerate time and imagination, let´s move a hundred years ahead: mankind has almost totally destroyed our planet, Earth I and has found a way to cross those 20.5 light years by space shuttle in a reasonable amount of time, in order to visit and populate Gliese 581 c. Let’s suppose that only 1/10 of the human population were allowed to go and settle down there on Earth II, because of the tidiness of that habitable “twilight zone”. What would happen then?
Who would be allowed to go there?
Who would choose them, and according to which criteria?
What kind of world could those chosen ones, those pioneers, construct over there?
What about those left behind?
What kind of reality would they mould here, then?
Would that cause a civil war, like in those apocalyptic science-fiction B-movies?
These are cliché questions, I know, but clichés have a true core, I learned that from someone who used to be very close to me, that´s what he told me every time I tried to break a cliché in our knotted relationship - and he was right, in the end.. of our relationship. And that still hurts.

“- Forget about it. Forget about him. What do you think?”

“- Ha-ha… I truly don’t know. I have flashes of Stanley Kubrick´s “2001 – A Space Odyssey”. You know those scenes with the man-apes on that other planet? I suppose Kubrick was right, he felt something that was coming ahead, although I never completely understood that movie.”

“- Hmm, he was a crazy visionary, at least that’s the mainstream perception of him. What else do you think, Alice?”

“- Well, I suppose, the whole question breaks down to a simple “Would we do it all over again?” Before we tempt to visit Earth II, maybe we should focus on that question…?”

“- I think most people wouldn’t change a thing, neither in their personal life, nor with regards to society or whatsoever. They well be complaining about how miserable their daily life is, their wives and husbands get on their nerves, their jobs are boring and their bosses unfair, life, politics and society are generally speaking poor and unjust... but I suspect that if they had the chance for a new start, a chance to do it all over again but differently, most of them wouldn’t change a damn thing! They would trudge along exactly the same narrow paths of living and thinking. I’m convinced they would!!

“- Eric, you are such a snob! I know some people who wouldn’t. People change! People learn from experience! They grow!! Some never do, I agree, but some do! You would take the chance to change a few things in your life and in this world, wouldn’t you? I’m convinced you would!”

“- That’s charming of you, my love, but I’m not so sure about that. I’m over fifty, ha-ha, what do you expect from me?
But now, please tell me… who’s that guy playing over there, he sounds great?”

“- His name is Micky Moody. A blessed, outstanding British guitar player. Formerly “Whitesnake”. The master of slide guitar. Oh, and he was born in 1950, by the way. Same age-group than you, Eric.”

" - He´s fantastic.
Alice... I like it when you smile that way. So how are you feeling now, on this April 26th evening? Better?"

"- Yes, better. But still a little sad inside. When will this background sadness stop, Eric?"

"- Well, I don´t know. That´s up to you to decide, I suppose.
In any possible world."

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Alice McDuff ~ 26 April 2007