April 02, 2008

Flussabwärts

(4. Fassung)



Ich treibe auf dem Fluss der Zeit,
nach Osten und nach Westen,
ich suche Halt im Bachgestein,
greif´nach des Ufers Ästen.

Und wenn des Tags das Farn sich wiegt
erzählt es mir vom Glück,
vom Glück das uns erzittern ließ
im kurzen Augenblick.

In Strudeln lasse ich mich los,
gebannt von ihren Klängen.
Mir ist, als flüsterten sie Trost,
in rauschenden Gesängen.

Und wenn des Nachts der Wind sich hebt,
dann bringt er mir ein Stück,
ein Stück von dem, was Du mir warst
von Dir zu mir zurück.
Die Kraft des Stroms trägt mich ans Licht,
mein Atem schwingt im Wind,
das Leben schreit mir ins Gesicht,
tief in mir tanzt mein Kind.

Und wenn im Traum mein Herz zerspringt,
dann öffnet sich mein Blick,
für das, was man die Liebe nennt -
sie trotzt dem Ungeschick!

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Alice McDuff ~ 2. April 2008

Inspiriert von Joyce Carol Oates´ wunderbarer Novelle “Ich schließe mich selbst ein“ (Die Originalausgabe erschien 1990 unter dem Titel „I Lock My Door Upon My Self“)

Foto: River Typewriter, No. 2 by f/1.4; Quelle: www.flickr.com

moon river


Photo: vera_bing